Bodøryggen–Traillauf
Joachim auf ungewohntem Terrain
Auf ungewohntem Terrain und oberhalb des Polarkreises, dafür aber "angeleitet" von Sohn Simon bewältigte Joachim den Bodøryggen – Traillauf.
Wettkampfbericht Bodøryggen - Traillauf vom 1. August 2026
Wenn sich ein Besuch in der Wahlheimat meines Sohnes Simon in Bodø, einer Hafenstadt in Norwegen oberhalb des Polarkreises, mit der gemeinsamen Teilnahme an einem Traillauf verbinden lässt, ist das eine perfekte Sache. Während in Deutschland der Hitzesommer tobt, ist hier das Wetter diesen Sommer eher durchwachsen. Meist 12 – 13 Grad und oft regnerisch. Deshalb war es ein großes Glück, dass zum Renntag 15 Grad, trockenes Wetter und teilweise Sonne vorhergesagt wurden. Angemeldet waren wir für eine Strecke von 23 Kilometer und 1000 Höhenmetern. Für mich als Straßenläufer eine Herausforderung. Mit 43000 Einwohnern ist Bodø nicht gerade klein, trotzdem war die Veranstaltung doch sehr regional geprägt. Zusammen mit drei Schweden und einem Finnen machten wir die Veranstaltung dann doch ein bisschen international. Start für die ca. 230 Teilnehmenden war Punkt 11:00 Uhr und es war tatsächlich wie vorhergesagt warm und trocken. Der erste Teil der Strecke verlief auf etwas breiteren Waldwegen, da konnte sich das Feld auch gut sortieren, bevor es auf engen und teils extrem steilen Pfade nach oben ging Richtung Skautuva, dem höchsten Berg auf der Strecke. Durch den vielen Regen der letzten Tage waren die Wege nass und rutschig und immer wieder wurde man von matschigen und steilen Passagen ausgebremst. Rechts und links dicht gesäumt von Birken zog sich der Pfad endlos dahin, bis dann endlich die Baumgrenze erreicht wurde und die Anstrengung mit einem grandiosen Blick auf die nordische Berglandschaft belohnt wurde. Nach einem felsigen Anstieg zum Gipfel des Skautuva kam auch schon der Wendepunkt zum eigentlichen Ryggen (Grat) Richtung Keiservarden. Sieben Kilometer von 23 Kilometern waren geschafft, aber auch schon 800 Höhenmeter. Der Lauf über den Bergrücken war landschaftlich sensationell. Rechterhand der Blick über das Meer und die vorgelagerte Insel Landegode bis zur Bergkette der Lofoten. Linkerhand das gewaltige Massiv des Børvasstindan. Dazu stille Bergseen. Die Herausforderung ist allerdings, sich vor allem auf den Trail zu konzentrieren. Ein Fehltritt kann schmerzhaft enden. Für die vielen Höhenmeter hatte man dann doch schon einige Körner gelassen und deshalb war der Anstieg zum Keiservarden, Bodøs Hausberg, dann doch die Verheißung auf die letzten Kilometer hinab zum Wood – Hotel, dem Zielpunkt des Laufs. Für mich war eine Platzierung nicht mehr entscheidend, sondern nur noch verletzungsfrei anzukommen. Der letzte Abstieg über die unzähligen Stufen des Keiservardens war noch einmal eine Herausforderung für die Sehnen und Gelenke. Dann kam auch schon das Ziel in Sicht. Mit einer Zeit von 3 Stunden und 7 Minuten lag ich mit Platz 128 von 231 Teilnehmenden zumindest nicht allzu weit hinten. Erfolgreich war der Lauf auch deshalb, weil mein Sohn Simon sein Tempo an meines angepasst hat und mich durch seine Erfahrung im Trail - Laufen mit guten Tipps durch die Strecke gebracht hat.
von Joachim Gutekunst